Sauna

Saunieren ist eine feine Sache.  Alleine die Nacktheit die man dabei erfährt ist schon für sich eine Wohltat für Menschen, die wie ich, täglich mit Anzug und Krawatte umherlaufen müssen. Sich einfach mal ohne mehrere Lagen Textil bewegen zu können, in einer warmen und freundlichen Umgebung tut schon gut, mit Saunagang wird es noch besser. Richtig angewendet trägt die Sauna insbesondere nach anstrengendem Sport deutlich zu einer schnelleren Regeneration der belasteten Muskulatur bei. Darüber hinaus hat es nachweislich positive Effekte auf das System des Blutkreislaufs, da durch den Wechsel von heiß/kalt die Elastizität der Gefäße quasi trainiert wird. Auch in der Erkältungsprävention wird der Saunagang als positiv bewertet, da der Körper lernt Temperaturschwankungen leichter zu verarbeiten. Auch hier gilt natürlich der Satz von der Verhältnismäßigkeit der Mittel. "Viel hilft auch viel" trifft wohl hier nicht zu, denn wenn man schon erkältet ist, hat man in der Sauna nichts verloren. Wer dann sauniert gibt seinem Immunsystem den Gnadenschuss - es hat jetzt Stress genug. Ansonsten gibt es keine größeren Einschränkungen, es sei denn Ihr Arzt verbietet Ihnen das Saunieren. Manche Regeln besagen, dass man nur einmal wöchentlich einen dreigängigen Saunabesuch absolvieren solle und nicht mehr, aber andererseits gehen die meisten Finnen angeblich täglich in die Sauna. Die wohl wichtigste Regel ist, einfach auf den Körper zu hören. Wenn man merkt, dass der Puls übermäßig ansteigt und man sich nicht mehr wirklich wohl und entspannt fühlt, dann verlässt man die Sauna, egal, ob dies nach drei, fünf, zehn oder zwölf Minuten der Fall ist. Ich persönlich gehe mehrfach wöchentlich, nach dem Sport in die Sauna, mache dann aber meist nur ein, zwei Gänge. Ein dreigängiger Saunabesuch ist für mich eine feine Sache an einem trüben, regnerischen Sonntag. Planen Sie für eine solche Aktivität genug Zeit ein, drei Stunden sollten es dann möglichst sein. Toll ist dann auch der Besuch einer Therme, in der man auch baden oder eine (Sport-) Massage bekommen kann. Mir gefällt hier besonders gut die Meditherme, in Bochum.

Im Zusammenhang mit der Saunanutzung gibt es ein paar einfach zu befolgende Regeln, die das Vergnügen für alle angenehmer gestalten. Ich habe sie hier einmal zusammengetragen:

Für den Saunagang brauchen Sie eigentlich nur ein großes Saunatuch, ein paar Badelatschen, evtl. einen Bademantel und das kostbarste, das Sie haben, Ihre Zeit. Das Tuch soll so lang sein, dass Sie ausgestreckt darauf liegen können, ohne das Holz der Bänke zu berühren. Bitte verhalten Sie sich ruhig. Der Saunabereich dient der Erholung und Entspannung, dementsprechend wird hier Wert auf eine ruhige Atmosphäre gelegt. Lautstarke Diskussionen kann man in der meist angeschlossenen Gastronomie ebenso gut führen. Zum Thema Gastronomie sei noch gesagt: trinken Sie zwischen den Saunagängen nicht. Nehmen Sie zwischen den Gängen Flüssigkeit auf, wird die entschlackende Wirkung erheblich reduziert. Nach dem letzten Saunagang darf und soll natürlich wieder getrunken werden - vorzugsweise Wasser. Bedenken Sie, dass Sie viel Flüssigkeit verloren haben, diese gilt es wieder aufzufüllen. Da unser Körper zu ca. 70% aus Wasser besteht ist eine ausreichende Hydrierung von immenser Bedeutung für einen gut funktionierenden Körper.

Bevor man in die Sauna geht, sollte man halbwegs sauber sein. Insbesondere in der Fitnessanlage muss ich leider immer wieder feststellen, dass manche Zeitgenossen nach intensivem Training, stinkend wie die viel zitierten Pumas in die Sauna gehen und dann ihren ganz besonderen Duft zum Erlebnis für alle machen. Also nach dem Training bitte erst duschen und dann in die Sauna. Duschen Sie vor dem Saunagang, dann sollten Sie sich anschließend gut abtrocknen. Bleibt die Haut nass, kann Ihr Körper nicht richtig schwitzen und die erwünschten Effekte treten nicht ein.

In der Sauna selber bewegt man sich ausschließlich nackt. Aus hygienischen Gründen setzt oder legt man sich so auf sein Saunatuch, dass man das Holz der Bänke nicht berührt. Wenn Sie es bevorzugen - die ersten Male wird es vermutlich so sein - sitzend zu saunieren, dann halten sie die Beine auf der gleichen Ebene wie den Oberkörper. Ihr Kreislauf wird es Ihnen danken.

Im Bereich vor/zwischen den Saunen, variiert die Kleiderordnung von Anlage zu Anlage. In vielen Anlagen bewegt man sich, je nach Lust und Laune in diesem Bereich sowohl nackt als auch mit umgebunden Saunatuch/ Bademantel, manche schreiben hier die Benutzung von Bademänteln vor, wieder andere schreiben innerhalb des ganzen Bereichs Nacktheit vor. Im meist angeschlossenen Ruheraum wird häufig der Bademantel getragen.

Nachdem Sie Ihren ersten Saunagang gemacht haben, den Sie hoffentlich nur so lange gemacht haben wie Sie sich wohl dabei gefühlt haben, höchstens jedoch 15 - 20 Minuten, verlassen Sie die Sauna und begeben sich, wenn möglich erst einmal an die frische Luft. Hier sollten Sie zunächst ein wenig umherlaufen, um den Kreislauf in Gang zu bringen. Atmen sie tief durch den Mund ein und aus, dies kühlt schon ein wenig runter. Anschließend können Sie sich auch ein wenig draußen setzen oder auf eine Liege legen, aber übertreiben Sie es nicht. Wenn Ihnen der erste kalte Schauer den Rücken hinunter läuft, kann es schon zu spät sein und Sie holen sich vielleicht einen Schnupfen. Gehen Sie also besser wieder rein, bevor Ihnen kalt wird. Jetzt ist es Zeit für die kalte Schwalldusche, den Kneippschlauch oder das Tauchbecken. Anfängern sei geraten, zunächst den Schlauch zu nehmen oder die Schwalldusche, da Sie mit beiden Teilen steuern können, wie stark die Abkühlung sein soll. Fangen sie damit an, den rechten Fuß zu kühlen, dann das Bein hoch, erst von vorne, dann von hinten, bis zum Genitalbereich. Gehen Sie nun mit dem linken Bein genauso vor. Anschließend kühlen Sie den rechten Arm, erst die Außen-, dann die Innenseite, bis zur Schulter. Verfahren Sie ebenso mit dem linken Arm, und lassen Sie abschließend das kalte Wasser auch über Kopf, Nacken, Brust etc. laufen. Das Tauchbecken ist Geschmackssache, gibt es auch nicht in jeder Sauna. Insbesondere Personen mit Bluthochdruck oder anderen Kreislaufstörungen sollten besser darauf verzichten. Es kann sich nach dem Eintauchen rasch ein ungutes Gefühl der Enge einstellen und man kann das Gefühl bekommen, nicht mehr atmen zu können. Bei kritischen Kreislaufbedingungen kann man u.U. ohnmächtig werden - das ist aber ja nicht das Ziel der Übung. Wer rundum gesund ist, hat allerdings keinen Grund das Tauchbecken zu fürchten.

 Nach dem Abkühlen sollte eine Erholungsphase eingelegt werden, die mindestens der Länge des Saunaganges entspricht. Sie können sich hierzu beispielsweise in den Ruheraum begeben, sich in Ihren Bademantel und eine Decke einkuscheln, um einige Minuten entspannt zu dösen. Achten Sie unbedingt darauf, dass sie warme Füße haben, sonst droht Erkältungsgefahr! Ein Fußbad mit lauwarmen Wasser - oft gibt es hierfür entsprechende Sitzplätze mit den passenden Becken - ist ebenfalls eine gute Idee. Wenn es einen Warmwasser-Whirlpool gibt: bitte sehr.

Fühlen Sie sich wieder ausgeruht und fit, kann der zweite Saunagang erfolgen. Verfahren Sie danach wie schon nach dem ersten Gang. Falls Sie dann noch Zeit und Lust haben, können Sie noch einen dritten Saunagang machen. Auch im Anschluss an diesen, letzten Gang, bitte wieder ruhen.

Eine tolle Sache für fortgeschrittene Saunierer ist der Aufguss, der in Thermen meist durch das Personal gemacht wird, so dass man sich selber nicht unbedingt darum kümmern muss. In kleineren Saunen oder z.B. dem Fitnesscenter, macht man ihn eben selber. Beim Aufguss wird, wie der Name schon vermuten lässt, auf den Ofen in der Sauna, genauer gesagt über die Steine auf dem Ofen, Wasser gegossen. Vor einem Aufguss, werden aber zunächst einmal alle in der Sauna befindlichen Besucher gefragt, ob sie damit einverstanden sind. Nicht jeder mag einen Aufguss, weil die stark erhöhte Luftfeuchtigkeit zu einem erheblich stärkerem Hitzeempfinden führt. Dann wird aber erst einmal gelüftet. Man öffnet die Tür und wedelt mit dem Saunatuch frische Luft, nach unten in die Sauna hinein, die warme, verbrauchte Luft zieht oben hinaus. Auch macht ein aromatisierter Aufguss mehr Spaß, als ein reiner Wasseraufguss, regt die Sinne zusätzlich an und hat bei Verwendung der passenden Aromen eine befreiende Wirkung auf die Atemwege. Zur Vorbereitung nimmt man den bereit stehenden Wasserkübel und füllt diesen etwas mit Wasser. Nun träufelt man Aufguss-Aroma hinein, das es in jedem Drogeriemarkt in kleinen Fläschchen gibt, rührt das Ganze ein wenig um und schon kann es los gehen. Die Türe wird nun wieder geschlossen und man gibt je nach Geschmack mehr oder weniger Kellen über die Steine. Achtung, Verbrühungsgefahr! Fangen Sie hinten an und gehen langsam nach vorne weiter, nicht umgekehrt der aufsteigende Wasserdampf ist mächtig heiß! Nehmen Sie nun Ihr Saunatuch und wedeln sie vom Ofen in kreisförmigen Bewegungen die Luft in Richtung Innenraum, damit sich die Feuchte überall verteilt. Sie werden feststellen, dass es sich nun um etliche Grad wärmer anfühlt.

Duschen Sie nach dem dritten Saunagang nicht mehr! Ja richtig, Sie sollen nicht mehr duschen! Warum? Durch das mehrfache extreme Schwitzen sind die Poren Ihrer Haut weit geöffnet. Aller Schmutz ist längst durch das Schwitzen und das folgende Abspülen/baden gründlichst entfernt - es gibt nichts mehr zu säubern, sauberer als sauber geht nicht. Duschen Sie nun doch noch mit Gel/Seife, schaden Sie Ihrer Hautstruktur, denn die geöffnete Haut hat derzeit kaum Schutz und wird so durch die Reinigungsmittel stark angegriffen, wird trocken, rauh und spröde werden. Halten Sie sich an die Regeln, wird Ihre Haut hingegen nach wenigen Saunatagen weicher, sanft und gepflegt. Probieren Sie es aus, Sie werden erstaunt sein.

Viel Spaß in der Sauna und beim relaxen!

GK